Presse
03.03.2011, 11:32 Uhr | Schwetzinger Zeitung
Frankenberg sieht Ländle im Aufwind
CDU-Wahlveranstaltung: Wissenschafts- und Technologiestandort Baden-Württemberg in höchsten Tönen gelobt / Interessante Forschungsprojekte verblüffen Mitglieder

Klar, die Stimmung war ein wenig getrübt bei der Schwetzinger CDU am Abend des Rücktritts von Verteidigungsminister Guttenberg. Landtagskandidat Gerhard Stratthaus (68) und Prof. Dr. Peter Frankenberg (63), Landesminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, waren sich aber einig: "So wie das gelaufen ist, musste er jetzt zurücktreten!"

Ortsvereinsvorsitzender Michael Franz zeigte sich glücklich, die beiden Hochkaräter im Welde-Stammhaus begrüßen zu können. Und Stratthaus berichtete gleich von einem "ganz seltsamen Wahlkampf, in dem baden-württembergische Themen von Bundesthemen überschattet werden". Seine Parteifreunde forderte Stratthaus zum Kämpfen auf, das Land könne sich sehen lassen. Die Grünen hätten mit Stuttgart 21 und dem Atomausstieg ihren Zenit gehabt und überschritten, sonst seien sie nur immer gegen alles. Die SPD verwundere ihn oft, weil sie sowohl für etwas als auch gegen etwas sei. Und er warnte: "Wenn CDU und FDP die Mehrheit verlieren, dann regieren höchstwahrscheinlich die Linken mit. Dann verspiele das Land seinen Vorsprung in vielen Bereichen: Bei der Top-Bildungspolitik, der niedrigsten Arbeitslosigkeit, dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in den Flächenstaaten und der niedrigsten Jugendarbeitslosigkeit.

Standort für Spitzentechnologie

Frankenberg, der ja vor seiner Ministerernennung 2001 sieben Jahre lang Rektor der Uni Mannheim war, ging auf den Forschungs- und Technologiestandort Baden-Württemberg ein. Vier der neun deutschen Exzellenz-Universitäten seien im Land, genauer gesagt in Baden. Aber auch von den zehn deutschen Spitzenclustern seien vier hier verortet. "Wir wollen bei der nächsten Exzellenzinitiative Württemberg auch nach vorne bringen", scherzte Frankenberg. Nirgends gebe es so viele Patentanmeldungen und forschungsbasierte Unternehmen.

Spannend waren dann die Beispiele für Zukunftsforschung, die der Minister nannte. Das Land sei dort unterstützend dabei, wo der Innovationsbeirat eine Notwendigkeit sehe. Gerade in der Automobilindustrie, die quasi von der Kurzarbeit in atemberaubender Geschwindigkeit in die 7-Tage-Woche übergegangen sei, gehe es jetzt um die Entwicklung alternativer Antriebe, um Einsparungen beim Dieselmotor, um Leicht- und Vollhybrid, um Brennstoffzellen und Elektroautos für kurze Strecken. Daimler habe gerade einen neuen Entwicklungsstand in Betrieb genommen, in Karlsruhe entstehe ein Zentrum für neue Antriebstechnologien. Und den Fehler, in Deutschland das Thema Batterieforschung aufgegeben zu haben, versuche man im neuen Helmholtz-Institut in Ulm zu beheben. Neue Antriebe bedingen aber nach Ansicht von Frankenberg auch neue Materialien im Fahrzeugbau. Im Pfinztal werde mit Kunststoff aus Bioabfällen geforscht und man versuche "intelligente Materialien" zu entwickeln, die sich Umweltgegebenheiten automatisch anpassen.

"Zweiter Forschungsschwerpunkt im Land ist die Medizintechnik", sagt Frankenberg. Roboter, die lernfähig sind und von der Pflege bis zur Industrie einsetzbar werden oder ein Miniroboter, der durch die Blutbahn geschickt wird, um Krebszellen zu erkennen und zu vernichten sowie 3D-Simulationen im Computer, der den Arzt bei der Operation millimetergenau begleitet, all das werde an den Hochschulen und vor allem in den Forschungseinrichtungen derzeit entwickelt.

Bei der Energieversorgung sei man europaweit an der Spitze. Bewusst habe man in Karlsruhe sechs Lehrstühle für Kernkraft erhalten, die Technologie erlebe in anderen Ländern eine Renaissance und der Rückbau der AKW brauche Fachingenieure. Mit Sonnenforschungszentren in Freiburg und Ulm und dem Energieforschungszentrum in Karlsruhe liege man auch bei alternativen Energien weit vorn. In Karlsruhe entwickle man eine Infrastruktur für Elektromobilität.

Doppelter Abi-Jahrgang

Vorgebaut habe das Land dem doppelten Abiturjahrgang 2012. Bis dahin biete man 70 000 zusätzliche Studienplätze an. 40 000 mehr habe man schon dieses Jahr - zum Glück - schließlich könne man so 2011 die Aussetzung der Wehrpflicht auffangen, so Frankenberg. Interessant auch einige Zahlen zur Migrationsproblematik. Den niedrigsten Prozentsatz an Studenten gibt es mit italienischen Wurzeln. Die Zahl türkischstämmiger Studenten liege bei 10 Prozent und sei steigend, die Kinder von Griechen und Spaniern studieren im Schnitt sogar häufiger als Deutsche. Und was macht die Gleichberechtigung? Der Anteil der Studentinnen liegt bei über 50 Prozent, nur 10 Prozent im Ingenieurswesen, 70 Prozent im Fach Medizin und 90 Prozent fürs Lehramt.

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