CDU Stadtverband Schwetzingen

CDU-Gemeinderatsfraktion: Recup-System soll Müll vermeiden

Erste Online-Fraktionssitzung der CDU Schwetzingen

 
Im Vorfeld der ersten Gemeinderatssitzung nach dem Lockdown trafen sich die Mitglieder der Schwetzinger CDU sowie die Mitglieder der Gemeinderatsfraktion zur üblichen und öffentlichen Fraktionssitzung. Unüblich war an diesem Abend lediglich das Format, in welchem die Sitzung stattfand – online am Bildschirm.


Die öffentlichen Tagesordnungspunkte der Gemeinderatssitzung waren zügig abgearbeitet und so kam man dann schnell zur Thematisierung künftiger Vorhaben. Um ein Thema, welches bis zum Corona-Lockdown die Tagespresse dominierte, ist es seither etwas still geworden: Umwelt- und Klimaschutz. Nach Ansicht der hiesigen Christdemokraten sollte die aktuelle Lage jedoch nicht dafür sorgen, dass wichtige kommunalpolitische Themen auf unbestimmte Zeit auf Eis liegen.
Insbesondere in den letzten Wochen, an denen Schwetzingen von der Sonne verwöhnt wurde, tritt die greifbare Problematik übervoller Mülleimer massiv zu Tage. Als Ursache ist bei einem kurzen Blick die Menge an Kaffee- und Eisbechern festzustellen, welche nicht nur in den, sondern bisweilen auch um die Mülleimer herumliegen. Für die CDU-Fraktion im Schwetzinger Gemeinderat steht es außer Frage, dass hier großer Handlungsbedarf besteht. Als Lösung stellen sich die Christdemokraten einen Mix aus sinnvollen Maßnahmen vor, welche schlussendlich einen großen Beitrag zur Müllvermeidung und damit zum Umwelt- und Klimaschutz leisten. Dieser Mix hat gleichwohl die Ursache als auch die Wirkung im Blick. „Zunächst sollte nun endlich der Austausch der innerstädtischen Mülleimer angegangen werden“, erklärt Rita Erny und macht deutlich, dass das geringe Fassungsvermögen der aktuellen Exemplare den Unions-Stadträten bereits seit langem ein Dorn im Auge ist. „Dies haben wir auch schon oft im Gremium thematisiert, aber bisher hat sich leider nichts getan“, so Erny weiter.
Die zweite Maßnahme stellt ein Konzept dar, bei welchem die Einführung eines Pfand-Becher-Systems angestrebt wird. Alle Anbieter von Mitnahme-Kaffee und Eisbechern sollen dazu gebracht werden, sich an einem solchen System zu beteiligen. „Das bewährte Recup-System bietet sich hier
beispielsweise an. Die Händler beziehen gegen eine Leihgebühr statt Einwegbecher in Zukunft Recup- Pfandbecher in individueller Anzahl, die gegen ein Pfand von 1,-€ ausgegeben werden und deutschlandweit zurückgegeben werden können. Selbstverständlich bedient man sich hierbei u.a. einer App, welche die Teilnehmer des Recup-Systems deutschlandweit aufzeigt. Diese Maßnahme ist nahezu kostenneutral und gute Best-Practice-Beispiele gibt es zu Hauf, wie etwa in Hamburg, Köln oder Stuttgart“, erläutert Markus Bürger die Idee.

 
„Warum sollten wir dieses sinnvolle System also nicht auch in unserer Stadt einführen?“, stellt Susanne Bertrand-Baumann die entscheidende Frage. Die Koordination der Ein- und Durchführung läge dann in den Händen städtischer Klimaschutz-Aktivitäten und gegebenenfalls des Stadtmarketings. Sicher sind auch essbare Eisbecher denkbar - wesentlich ist hierbei jedoch eine flächendeckende und einheitliche Herangehensweise.
 
„In einer Zeit, in der alleine in Deutschland im Schnitt pro Stunde rund 300.000 Einwegbecher weggeworfen werden, muss sich eine Gesellschaft mit geeigneten Maßnahmen zum Gegensteuern befassen und damit beginnen wir am besten direkt vor Ort“, ergänzt CDU-Fraktionsvorsitzende Sarina Kolb.
Klimaschutz hat hier keineswegs eine politische Farbe, sondern geht definitiv alle an. Die Schwetzinger Chistdemokraten möchten für das schon lange bekannte und mehrfach diskutierte Problem endlich eine kluge Lösung vorantreiben, unnötigen Müll vermeiden und für ein positives Stadtbild Sorge tragen. Dabei ist gut vorstellbar, dass das Pfandsystem bei Verwaltung, Händlern und den Bürgerinnen und Bürgern auf breite Zustimmung stoßen wird und den wenigen Andersdenkenden eine Sensibilisierung guttun würde.