Presse
10.03.2011, 09:02 Uhr | Schwetzinger Zeitung
Vorm Kaffeehaus sitzen und frühstücken

Landtagswahl: CDU-Ministerin Tanja Gönner erzählt von der Studentenzeit in Schwetzingen, begutachtet den Schlossplatz und macht Wahlkampf für Gerhard Stratthaus


Zweigeteilt war der gestrige Abend für die Landesministerin für Umwelt, Naturschutz und Verkehr, Tanja Gönner (41), in Schwetzingen. Zuerst schwelgte sie bei der Stadtspitze in Erinnerungen an ihre Zeit als Studentin an der Fachschule für Rechtspflege im Schwetzinger Schloss und begutachtete den neuen Schlossplatz. Danach ging es zum Wahlkämpfen für CDU-Kandidat Gerhard Stratthaus im Restaurant "Lügebrückl" zu den Themen Mobilität, Energiesicherheit und Stuttgart 21.

Tanja Gönner freute sich sichtlich, mal wieder in Schwetzingen zu sein, wo sie in zwei Etappen zwischen Ende 1989 und Mitte 1992 den theoretischen Teil ihres Rechtspfleger-Diploms erworben hat: "Bei der ersten Etappe wohnten wir im Schloss, saßen oft zum Frühstücken im Kaffeehaus, aßen Chinesisch oder Gyros in der Kurpfalz-Passage - übrigens der beste Gyros meines Lebens - und kauften unsere Bücher bei Kiesers", erinnert sie sich.

Beim zweiten Abschnitt wohnte sie dann in Plankstadt. Es sei eine wunderbare Zeit hier in der Kurpfalz gewesen, erst letztes Jahr habe sie sich mal wieder mit vier Kolleginnen getroffen. "Ich musste in der Spargelzeit, wenn ich freitags heimgefahren bin, zwei Kilo für meine Mutter mitbringen, die ich bei der Verkaufsstelle neben dem Rathaus gekauft habe", erzählt sie: "Daheim gab's die dann mit Schinken, Kartoffeln und ausgelassener Butter." Damals hatte sie als Mitglied der Jungen Union ersten Kontakt zu Gerhard Stratt-haus, der beim ersten Landtagswahlkampf Erwin Teufel hierher eingeladen hatte.

Als Verkehrsministerin hatte sie sich nun dafür eingesetzt, dass das verkehrsberuhigte Konzept für den Schlossplatz genehmigt und unterstützt werden konnte - als Modellprojekt. "Ich habe mich früher schon gewundert, wie in Schwetzingen so ein Haufen Autos auf das Schloss zugefahren sind und sich dort teilten", sagt sie. Jetzt wird hier Gleichberechtigung zwischen Fußgängern und Autos geschaffen. Durch verschwenkte Fahrbahnen und farbigen Belag, der die Autofahrer einbremsen soll. OB Pöltl nennt das gerne "Speyerer Modell" und meint damit den dortigen Domplatz. Aber, das bestätigten jetzt René Pöltl und Dirk Elkemann im Gespräch mit der Ministerin. Es wird wohl nicht ohne einen fest installierten Blitzer gehen - "vorher angekündigt und sichtbar als Abschreckung, nicht zum Geldverdienen", sagt Pöltl. Das habe auch die Verkehrskommission, die dieser Tage mit der Polizei vor Ort war, geraten. Der Ministerin gefiel der Platz gut, gerade auch das neue Lichtkonzept mit den teils schon illuminierten Häuserfassaden.

Regenerative Energie und Umwelt

Dann verabschiedete sich die Stadtspitze und im "Lügebrückl" war das Nebenzimmer prall gefüllt. Ortsvereinsvorsitzender Michael Franz und Landtagsabgeordneter Gerhard Stratthaus führten kurz ins Thema ein, dann ging Tanja Gönner in die Wahlkampfbütt: Erneuerbare Energien seien ihr sehr wichtig. Es müsse aber die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben, damit die Bürger ihre Energierechnung noch bezahlen könnten. Sie nannte Konflikte unter Umweltgesichtspunkten. In ihrer Heimat in Bingen bei Sigmaringen (Hohenzollern) gebe es die meisten Biomasseanlagen. Das mache Druck auf die Landwirte, die nicht in Monokultur Mais anbauen wollen, weil sie keine günstigen Äcker mehr bekommen, von Schadstoffeintragungen im Boden ganz zu schweigen.

Baden-Württemberg habe einen Windatlas herausgebracht, in dem Experten beurteilen, wo Windräder sinnvoll sind und nicht Vogelzuggebiete dagegen stünden. Gönner bleibt auch dabei, dass die Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke richtig sei. Im Land stünden europaweit die sichersten AKW. Notwendig sei es jetzt, Überlandleitungen für Strom aus den Offshore-Windanlagen im Meer zu bauen, das gehe nicht unterirdisch, wie die Grünen wollen, weil es fünfmal teurer werde.

Mobilität sei heute für alle Generationen wichtig. Die Autohersteller im Land seien da führend. Die Verknüpfung der Verkehrssysteme sei wichtig und der Infrastrukturausbau. Zwangsläufig kam da die Frage nach Stuttgart 21 und der Bürgerbeteiligung. Sie erinnere bei aller Kritik daran, dass man die Meinung anderer respektieren sollte, dass die Mehrheit entscheide und in diesem Fall mehrfach entschieden habe. Und dass wir in einer repräsentativen Demokratie leben, in der Volksvertreter entscheiden. Zudem müsse ein Investor Rechtssicherheit haben, das habe Baden-Württemberg bisher immer ausgezeichnet.


CDU Deutschlands CDU-Mitgliedernetz Online spenden Deutscher Bundestag
Angela Merkel CDU.TV Newsletter CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Hermann Gröhe Angela Merkel bei Facebook Hermann Gröhe bei Facebook
© CDU Stadtverband Schwetzingen  | Startseite | Impressum | Datenschutz | Kontakt | Inhaltsverzeichnis | Realisation: Sharkness Media | 0.05 sec. | 18017 Besucher